Aufruf zur Solidaritätskundgebung für streikende Beschäftigte der Alpenland Pflegeheime

Samstag, 3.9., 12.00 Uhr, Alexanderplatz

Dazu ein Schreiben von Meike Jäger, Fachbereichsleiterin FB 3 und Verhandlungsführerin: 

 Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

wie Ihr vielleicht wisst, befinden sich die Beschäftigten der Alpenland Pflegeheime Berlin – Marzahn seit genau 14 Tagen im Streik. Ihr Ziel ist der Anschluss an den Tarifvertrag ihrer KollegInnen im Westteil der Stadt. Die Arbeitgeberseite beharrt auf ihrer Position, dass der Anschluss nicht finanzierbar ist. Das Argument, dass Tarifverträge immer wirtschaftlich sind (Bundessozialgericht!) und vom Land und den Leistungsträgern refinanziert werden muss, lassen sie nicht gelten. Im Gegenteil, ganz ungeniert wird Gewinn in Berlin gemacht und an die Anteilseigner ausgeschüttet sowie ein Sanierungskonzept in Baden-Württemberg refinanziert. Die Beschäftigten im Osten sollen die Zeche dafür zahlen.
Ihr alle wisst: Die Arbeit in der Altenpflege ist hart und immer mehr steigen aus… bzw. gar nicht mehr in die Ausbildung ein. Der Pflegefachkraftmangel zwingt die Arbeitgeber zwar zunehmend, das Entgelt etwas anzuheben. Dies holen sie sich aber über andere Wege wieder zurück, z. B. in dem sie die Arbeitsbedingungen verschlechtern. Der Druck wieder immer stärker. Die KollegInnen sind konfrontiert mit unattraktiven Arbeitszeiten und familienfeindlichen Schichtmodelle, sie haben wenig Urlaub; selten gibt es Regelungen zum Holen aus dem Frei oder zu Überstunden – das Ziel ist immer die größtmögliche Verfügbarkeit der Pflegekräfte. Was nutzt es, wenn das Geld etwas mehr wird, wenn die Arbeit total auf die Knochen geht und man dafür den Job noch ein paar Jahre weniger machen kann? Die KollegInnen bei Alpenland kämpfen daher nicht nur für die Verbesserung ihrer individuellen Arbeitsbedingungen, sondern auch dafür, dass Altenpflege endlich auch die Wertschätzung erfährt, die sie verdient. Dass diese gesellschaftlich wichtige Arbeit endlich aus dem Schattendasein heraus geholt wird. Ihr Mut und Engagement verdient unser aller Respekt und Anerkennung.
Die KollegInnen bei Alpenland – 50% der Beschäftigten sind mittlerweile organisiert – haben nun genug davon, abwertend behandelt zu werden. Sie wollen endlich auch ein angemessenes Stück vom Kuchen. Damit der Druck auf den Arbeitgeber wächst und sie erfolgreich ihre Ziele durchsetzen können, brauchen sie Deine/ Eure Unterstützung. Nur mit einer öffentlichkeitswirksamen Aktion können wir vielleicht endlich beim Arbeitgeber ein Einlenken bewirken.
Wir rufen Euch daher für diesen Samstagmittag, den 3.9.2011, ab 12.00 Uhr, an einer Solidaritätskundgebung für die streikenden Beschäftigten bei Alpenland teilzunehmen.
Alles Weitere findet sich im anhängenden Aufruf, dem Ihr hoffentlich folgt – und den Ihr bitte auch an möglichst viele Beschäftigte in Euren Häusern weiter leitet.
Es grüßt Euch ganz herzlich
Meike Jäger
Fachbereichsleiterin FB 3
und Verhandlungsführerin
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